Der 
Verband
Politik
Publikationen
Profession

Presse
  Pressemitteilungen
  Expertenvermittlung
  Report Psychologie
  Publikationen
Termine

Mitgliedschaft
Mitgliederbereich
Stellenbörse
Praktikumsbörse

Sektionen
Landesgruppen
BV Studierende
BV Studierende

Psychologenakademie
Verlag
Wirtschaftsdienst
Haus der Psychologie
Akademie




    Facebook Twitter
XING LinkedIn
      Kontakt
      Impressum
      Datenschutz
      Sitemap




Pressemitteilung
Nr. 19/04
26. November 2004

Psychotherapie in der Leitlinie Schizophrenie nicht angemessen berücksichtigt

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP) kann dem Entwurf der S3-Behandlungsleitlinie Schizophrenie, der unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) vorgelegt wurde, in seiner jetzigen Form nicht zustimmen, da die Leitlinie hinter dem vorhandenen Praxiswissen bezüglich der Kombination medikamentöser und psychotherapeutischer Strategien zurückbleibt. Die im BDP organisierte Fachgruppe Klinische Psychologie in der Psychiatrie kritisiert die mangelhafte Berücksichtigung der Psychotherapie in der Leitlinie, obwohl diese neben der Pharmakotherapie einen wesentlichen Teil der Behandlung von Patienten mit der Diagnose Schizophrenie bildet.

Der BDP verwahrt sich insbesondere gegen eine Darstellung psychotherapeutischer Verfahren, in der bisher fehlende Wirksamkeitsstudien mit Unwirksamkeit der Therapien gleichgesetzt und deshalb von Psychotherapien abgeraten wird. Im Leitlinienentwurf wird nur ein psychotherapeutisches Verfahren, die Kognitive Verhaltenstherapie, empfohlen, wohingegen kein Bezug genommen wird auf durchaus verbreitete Verfahren wie die Systemische Therapie oder die Familientherapie. Psychotische Erkrankungen eines Angehörigen fordern jedoch das familiäre und soziale Umfeld in besonderer Weise, so dass nicht selten auch Partner, Eltern oder Kinder psychotherapeutische Unterstützung benötigen.

Korrekt wäre aus Sicht des BDP eine zunächst wertungsfreie Darstellung aller wesentlichen heute praktizierten Formen der Psychotherapie bei Schizophrenie, dann der Bericht über die vorhandenen - unter Umständen mangelhaften - Forschungsergebnisse und schließlich die Einforderung intensiverer Forschungsbemühungen. Damit nimmt der Berufsverband einmal mehr Stellung zu dem weit verbreiteten Kurzschluss, psychotherapeutische Verfahren, zu denen bislang nur lückenhafte Forschungsergebnisse vorliegen, pauschal als "nicht effektiv" zu bewerten.



Dipl.-Psych. Martin Urban
Sektion Klinische Psychologie
Sprecher der Fachgruppe Klinische Psychologie in der Psychiatrie
Tel. : 0711 - 371814
Martin.Urban.es@web.de

Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Glinkastr. 5, 10117 Berlin
Tel. (49) 30 - 20 91 49 59
Fax: (49) 30 - 20 91 49 66
e-Mail: presse@bdp-verband.org