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Pressemitteilung
Nr. 16/04
15. Oktober 2004

Die Zukunft Berlins liegt in den multikulturellen Potenzialen

Senatsbeauftragter für Migration und Integration bei der Verleihung des Deutschen Psychologiepreises in Berlin

In Berlin wurde am Freitag Abend (15.10.) der Deutsche Psychologiepreis an den Psychologen Prof. Dr. Alexander Thomas verliehen. Thomas erhielt den Preis für seine Arbeiten auf dem Gebiet der interkulturellen Psychologie. Durch Globalisierung, Internationalisierung und Migration hat dieses Thema politisch große Bedeutung gewonnen.

Der Beauftragte für Migration und Integration des Berliner Senats, Günter Piening, beschrieb Berlin als ein exquisites Großlabor für den Versuch, interkulturelle Konflikte zu lösen und die multikulturellen Potenziale auszuschöpfen, aus denen die Zukunft der Stadt besteht. Seit in den 70er Jahren Gastarbeiter ihre nationale Identität pflegten, sei viel Zeit vergangen, in denen es zu beiderseitigen Irritationen gekommen sei. Inzwischen sei klar: "der Prozess der Ausdifferenzierung unserer Gesellschaft ist unumkehrbar." Die Politik, so Piening, habe spät begonnen, diesen Prozess bewusst zu steuern. Noch immer begegneten sich die unterschiedlichen Lebenswelten vor allem in organisierten Foren, also unter Laborbedingungen. Im Alltag dagegen sei es unglaublich schwer, interkulturelle Begegnungen zu verankern. An die Psychologen richtete Piening den Wunsch, erklären zu helfen, warum in der Mehrheit der Gesellschaft die Angst gegenüber Fremden derart groß ist und wie Politik anzulegen sei, damit diese Angst endlich weicht. "Es wird nicht einfach sein, diesen Weg gemeinsam zu gehen, aber wir müssen die Barrieren ausräumen," erklärte er.

Die Präsidentin des Berufsverbandes Deutscher Psychologen, Gertraud Richardt hatte zuvor interkulturelle Kompetenz als eine Schlüsselqualifikation bezeichnet, die unter Umständen lebensrettend sein könne. Sie spielte damit nicht nur auf die von Prof. Thomas durchgeführten Kurse für Bundeswehrangehörige vor Einsätzen im Ausland an, sondern bezog sich dabei auch auf den Irak-Krieg und den Kampf gegen den Terrorismus. Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, Prof. Dr. Hannelore Weber, wies auf die Einbindung Deutschlands in die internationale Politik und Wirtschaft hin. Diese finde keine adäquate Entsprechung im Fühlen, Denken und Handeln. Die Deutschen agierten nicht selten ohne entsprechende interkulturelle Handlungskompetenz.

In ihrer Laudatio würdigte Prof. Dr. Gisela Trommsdorff Alexander Thomas als einen Wissenschaftler, der den Elfenbeinturm früh verlassen, anderen Disziplinen wichtige Anregungen gegeben und seine Forschung nicht zuletzt an Anforderungen der Praxis ausgerichtet habe. Interkulturelles Handeln, so Trommsdorff, werde immer wichtiger - für die Entwicklungspolitik ebenso wie für die Integration von Migranten, für Militäreinsätze so wie für Wirtschaftskooperationen.

Alexander Thomas betonte die Bedeutung der interkulturellen Psychologie wegen zunehmender internationaler wirtschaftlicher Verflechtungen und wachsender Qualitätsanforderungen an internationale Zusammenarbeit. Er beklagte die hohen Abbrecherquoten von Menschen in Auslandseinsätzen und die hohe Zahl von Gemeinschaftsunternehmen, die die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen (ca. 70%). Auf die zunehmende Zahl multikulturell zusammengesetzter Teams sei nur ein Teil der Unternehmen vorbereitet, so wenig wie Deutschland insgesamt auf seine Rolle als europäisches Zuwanderungszentrum vorbereitet sei. Hoch angebundene Projekte im Jugend- und Studentenaustausch gehörten auf den Prüfstand, sagte er. Neben einer stärkeren finanziellen Förderung verdienten sie Anerkennung vor allem für ihre persönlichkeitsbildende Wirkung.



Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Glinkastr. 5, 10117 Berlin
Tel. (49) 30 - 20 91 49 59
Fax: (49) 30 - 20 91 49 66
e-Mail: presse@bdp-verband.org