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Pressemitteilung
Nr. 14/04
9. September 2004

"Der große IQ-Test": Vorsicht mit den Ergebnissen

Am Samstag Abend ist es wieder so weit. Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Zuschauern werden sich den "Großen IQ-Test" bei RTL ansehen und viele werden dabei die eigene Intelligenz auf die TV-Probe stellen. Der Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP) bemerkt dazu:
So genannte Psychotests in Zeitschriften und im Fernsehprogramm dienen im Kern der Unterhaltung. Die klischeehafte Gruppenbildung und der in den Vorjahren gewählte Titel "Die große IQ-Show", machen die Rangfolge von Unterhaltung und Wissenschaft im Konzept deutlich. Medienaktivitäten dieser Art geben aber auch Einblicke in die Erkenntnisse der Psychologie und die Tätigkeit von Diplom-Psychologen.

Der BDP stellt klar, dass die Intelligenztests (IQ-Tests) nur ein Zugang unter vielen innerhalb der psychologischen Diagnostik sind.
Die Gültigkeit von Testergebnissen ist vom Verfahren selbst und von den Durchführungsbedingungen (Unruhe, Erwartungsdruck der Familie, Ablenkungen, Wahrnehmung der Fragen und Bildschirmgröße, im Studio Kamera-Stress etc.) abhängig. Aus spielerischen Zugängen und verzerrten Ergebnissen können falsche Schlüsse über die eigene Begabung in positiver wie negativer Richtung gezogen werden. Die berufsethischen Verpflichtungen von Diplom-Psychologen gebieten, alle Anwendungen von Testverfahren nach vorgegebenen wissenschaftlich gesicherten Regeln durchzuführen, sie beratend zu begleiten und Wege zu finden, wie einzelne Menschen mit den Ergebnissen gut umgehen können. Das kann für die Zuschauer nicht gewährleistet werden.

Unabhängig von der geringen Verlässlichkeit der Show-Testergebnisse spielt der IQ-Wert jedoch in beruflichen Kontexten eine gewichtige Rolle. So haben beispielsweise Forschungen gezeigt, dass die gemessene allgemeine Intelligenz am besten geeignet ist, den beruflichen Ausbildungserfolg oder Misserfolg vorherzusagen. Auch die Universitäten stehen zukünftig vor der Aufgabe, Studienbewerber nicht nur nach der Abiturnote auszuwählen und werden vermutlich dabei auch den IQ berücksichtigen. Das Internet bekommt im Zusammenhang der Potentialermittlung bzw. Eignungsbeurteilung eine wachsende Bedeutung im Rahmen von Vortests bzw. Vorauswahlprozessen. Die eigentliche Beurteilung erfolgt dann anschließend unter gesicherten Testbedingungen.


Fredi Lang, Referent für Fachpolitik
Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Glinkastr. 5, 10117 Berlin
Tel. (49) 30 - 20 91 49 59
Fax: (49) 30 - 20 91 49 66
e-Mail: presse@bdp-verband.org


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