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Pressemitteilung
Nr. 14/03
3. Oktober 2003

Psychologische Erste Hilfe im Katastrophenfall gefordert

Kongress für Angewandte Psychologie tagt vom 2. bis 5. Oktober in Bonn

Für die Etablierung einer Psychologischen Ersten Hilfe hat sich der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) beim 22. Kongress für Angewandte Psychologie eingesetzt. Der Kongress, der vom 2. bis 5. Oktober in Bonn tagt, steht unter dem Motto „Menschen und Politik in Krisen – Chancen aus psychologischer Sicht.“ Der BDP bietet der Bundesregierung und den Landesregierungen als zuständige Behörden für den Katastrophen- und Zivilschutz seine fachliche Unterstützung durch die im Verband vertretenen Fachexperten an.
Aus Sicht des BDP ist es angesichts einer wachsenden Zahl von Terroranschlägen dringend erforderlich, zur Vermeidung psychischer Folgeschäden und Folgeerkrankungen bis hin zu Psychotraumata Psychologische Erste Hilfe sowie Notfallpsychotherapie und Notfallpsychologie in den Zivil- und Katastrophenschutz einzubeziehen. Das betreffe sowohl die Planung und Organisation als auch die Aus- und Fortbildung.

Nach den Worten von Dipl.-Psych. Werner W. Wilk, Psychologischer Psychotherapeut und Notfallpsychologe, ist dies mit geringen Mitteln bei hoher Effektivität möglich. Neben der Gefahrenabwendung gehe es auch wirtschaftliche Effekte. Schließlich, so Wilk, waren es Ängste, die Millionen von Menschen vom Fliegen abgehalten haben und heute noch Schäden in der Tourismusbranche erzeugen. Erkenntnisse aus der Psychologie - z. B. über die Entstehung und Aufrechterhaltung von Angstzuständen - würden immer noch nicht konsequent genutzt. „Zwei Jahre nach den Terroranschlägen in New York, ein Jahr nach Bali und der Hochwasserkatastrophe und kurze Zeit nach der Bombendrohung in Dresden fürchten immer mehr Menschen, dass Katastrophen, Unfälle und Großschadensfällen sie persönlich betreffen könnten. Ein solches Erleben von Extremereignissen – als Betroffener oder als Zeuge - ist in der Regel mit mehr oder weniger starken psychischen Belastungen verbunden. Die Folge kann ein Pychotrauma mit all seinen langfristigen Symptomen und auch psychosozialen Folgeschäden sein , wie z.B. der Verlust des Arbeitsplatzes oder des Lebenspartners, der aufgrund der psychischen Belastungen die Partnerschaft nicht aufrecht erhält.“
Das Denken im Hinblick auf die Gefahrenabwehr, so Wilk, war und ist immer noch vorrangig auf das Entstehen von körperlichen Schäden ausgerichtet, obwohl bekannt ist, dass sich in solchen Fällen auch extreme Ängste, bis hin zur Panik einstellen. Veröffentlichungen der Zentralstelle für Zivilschutz belegen das.

Mit der Schaffung von NOAH, einer zentralen Stelle zur Koordinierung von Nachbetreuungsmaßnahmen, Opfer und Angehörigen – Hilfe für von schweren Unglücksfällen oder Terroranschlägen im Ausland betroffener Deutscher, ist aus BDP-Sicht ein wichtiger Schritt getan. Für Ereignisse im Inland dagegen stehen die entsprechenden Schritte noch aus.

[ Weitere Informationen unter psychologenkongress.de ]



Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Glinkastr. 5, 10117 Berlin
Tel. (49) 30 - 20 91 49 59
Fax: (49) 30 - 20 91 49 66
e-Mail: presse@bdp-verband.org