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Pressemitteilung
Nr. 13/03
3. Oktober 2003

Fördern und fordern statt Auslese und Stress

Kongress für Angewandte Psychologie tagt vom 2. bis 5. Oktober in Bonn

Auf den dramatischen Mangel an Schulpsychologen in Deutschland hat der 22. Kongress für Angewandte Psychologie in Bonn aufmerksam gemacht. Während in der Bundesrepublik für ca. 12.000 Schüler ein Schulpsychologe zur Verfügung steht, beträgt das Verhältnis bei den Ländern, die bei der PISA-Studie in Führung liegen, etwa 1:7000. Gleichzeitig setzten sich die Psychologen für ein Schulmodell ein, das den Schülern strukturbedingte Demütigungen erspart, Selbstvertrauen zerstört und Schulmüdigkeit bei Lernenden und Lehrenden erzeugt.
Durch die frühe Differenzierung in Hauptschule, Realschule und Gymnasium gingen enorme Potenziale verloren. Die Sektion Schulpsychologie des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) tritt deshalb für eine integrierende und differenzierende Schule von der 1. bis zur 9. oder 10. Klasse ein. Fördern und Fordern sollten im Mittelpunkt stehen und nicht Auslese und Stress. Auch die Unterrichtskultur sei dringend reformbedürftig. Der lehrerzentrierte Unterricht verhindere Eigenverantwortung und entdeckendes Lernen bei den Schülern und führe bei vielen Lehrern nur zu Frustrationen. Während einer Talkrunde plädierte die grüne Bundestagsabgeordnete Anja Margarete Hajduk dafür, bei Reformen in diesem Bereich die Rolle der Schulpsychologen nicht isoliert zu betrachten, sondern auch die Lehrerausbildung so zu modernisieren, dass Pädagogen den neuen Anforderungen in der Schule besser gewachsen sind.

[ Weitere Informationen unter psychologenkongress.de ]



Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Glinkastr. 5, 10117 Berlin
Tel. (49) 30 - 20 91 49 59
Fax: (49) 30 - 20 91 49 66
e-Mail: presse@bdp-verband.org