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Pressemitteilung
Nr. 11/03
4. September 2003

Gewaltprävention ade - es lebe der Schicksalsglaube

Desaströse Haushaltslage in Thüringen führt zu bedenklichen Entscheidungen

Der jüngste Abbau von Schulpsychologenstellen im Freistaat Thüringen wird vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) als eine Absage an die Gewaltprävention entschieden verurteilt. Wer Einsparungen im Bildungsbereich – und dazu gehört auch die Schulpsychologie – immer noch für gerechtfertigt hält, hat aus Sicht des BDP weder die Signale der PISA-Studie noch so schwerwiegender Ereignisse wie das in Erfurt verstanden.

Nach dem Blutbad am Erfurter Gutenberg-Gymnasium, das im April 2002 17 Todesopfer forderte, hatte das thüringische Kultusministerium 16 zusätzliche Psychologen eingestellt. Noch im November 2002 äußerte sich Kultusminister Michael Krapp auf einer BDP-Konferenz in Gera sehr anerkennend über die Arbeit der Schulpsychologen nicht nur bei der Lösung von Problemen, sondern auch bei der Prävention. Er wusste sich in dieser Frage damals über Parteigrenzen hinweg einig mit Bundesinnenminister Otto Schily, der sogar jeder Schule einen Schulpsychologen in Aussicht stellte. Dies nicht nur als Reaktion auf Erfurt, sondern auch, um die Ausstattung mit Schulpsychologen in Deutschland endlich etwas näher an das internationale Niveau heranzuführen. Das ist nicht geschehen. Im Gegenteil. In mehreren Bundesländern wurden Schulpsychologenstellen gestrichen, zuletzt gab der Freistaat Thüringen bekannt, er werde die befristeten 16 Stellen nicht verlängern. Letztlich ließen sich Ereignisse wie das in Erfurt sowieso nicht verhindern, argumentierte Ministeriumssprecher Dietmar Müller.

Psychologen behaupten nicht, jede Gewalttat, jeden Übergriff verhindern zu können. Nachweislich sind sie jedoch in der Lage, bestimmte Entwicklungen vorherzusehen, zu beeinflussen In vielen Fällen werden so Gewaltausbrüche vermieden. Als Ansprechpartner für Lehrer, Schüler und Eltern weit über das Thema Konfliktbewältigung und -prävention hinaus sind sie viel eher ein Einsparpotential als ein Kostenfaktor. Um dies zu erkennen, müssten Politiker allerdings etwas weiter als bis zur nächsten Landtags- oder Bundestagswahl schauen.


Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Glinkastr. 5-7, 10117 Berlin
Tel. (49) 30 - 20 91 49 59
Fax: (49) 30 - 20 91 49 66
e-Mail: presse@bdp-verband.org