Der 
Verband
Politik
Publikationen
Profession

Presse
  Pressemitteilungen
  Expertenvermittlung
  Report Psychologie
  Publikationen
Termine

Mitgliedschaft
Mitgliederbereich
Stellenbörse
Praktikumsbörse

Sektionen
Landesgruppen
BV Studierende
BV Studierende

Psychologenakademie
Verlag
Wirtschaftsdienst
Haus der Psychologie
Akademie




    Facebook Twitter
XING LinkedIn
      Kontakt
      Impressum
      Datenschutz
      Sitemap




Gemeinsame Presseerklärung des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen, des Deutschen Psychotherapeutenverbands (DPTV) und der Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP)
Nr. 28 / 02
20. Dezember 2002

Spezialisten ins Abseits gestellt

Neue Bewertungs- und Behandlungsrichtlinien schließen die ambulante Neuropsychologie aus

Menschen nach Schlaganfällen oder schweren Unfällen wird durch Neuropsychologen in effektiver Weise geholfen, den Weg zurück in einen normalen Alltag zu finden. Bei rechtzeitigen qualitativ hochwertigen Rehabilitationsmaßnahmen bestehen gute Chancen, Fähigkeiten und Leistungen wieder herstellen oder bleibende Behinderungen eingrenzen zu können. Bisher konnte Neuropsychologie im Kostenerstattungsverfahren mit den Krankenkassen abgerechnet werden. Die neuen Bewertungs- und Behandlungsrichtlinien (BUB) erlauben eine solche Kostenerstattung jedoch nur noch, wenn lebensbedrohliche Zustände vorliegen. Dies hat zur Folge, dass neuropsychologische Praxen schließen und eine wichtige ambulante Therapiemöglichkeit für Patienten mit erworbenen Hirnschäden (z.B. Schlaganfälle, Schädelhirnverletzungen) damit völlig wegfällt. Auf diese alarmierende Tatsache machen die Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP), der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) und der Deutsche Psychotherapeutenverband (DPTV)aufmerksam.

Trotz der wissenschaftlich belegten Effektivität des Verfahrens fehlt bis heute eine Erklärung des Bundesausschusses Ärzte/Krankenkassen, dass die Neuropsychologie als wissenschaftlich abgesicherte Methode als Kassenleistung erbracht werden kann. Wegen der strikteren Handhabung in den neuen Bewertungs- und Behandlungsrichtlinien wird dieses Fehlen jetzt zum schwerwiegenden Problem für die betroffenen Patienten. Krankenkassen müssen nunmehr jeden Antrag eines Neuropsychologen ablehnen. Auch die von der KV zugelassenen Psychotherapeuten dürfen keine neuropsychologischen Leistungen abrechnen. Obwohl der Wissenschaftliche Beirat dieser Behandlungsmethode schon vor Jahren bescheinigt hat, dass sie wissenschaftlich fundiert ist und den Patienten hilft, wurde die Aufnahme der Neuropsychologie in den Katalog abrechnungsfähiger Therapiemethoden im Rahmen der Psychotherapie-Richtlinien bisher immer wieder verzögert. Durch die neuen BUB-Richtlinien bricht nun abrupt eine der wichtigsten Säulen der ambulanten Weiterbehandlung von diesen Patienten völlig weg. Dies erscheint insbesondere widersinnig, da von Seiten der verschiedenen Fach- und Berufsverbände wie auch von der Reha-Kommission des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger schon seit Jahren gefordert wird, gerade die ambulante Therapie zu fördern, da diese kostengünstig ist und viele Patienten, die sonst dauerhaft behindert wären, sogar wieder in das Berufsleben zurückführen könnte.

Um Nachteile für die Patienten zu vermeiden, fordern DPTV, GNP und BDP den Bundesausschuss Ärzte - Krankenkassen auf, eine Lösung dieses dringende Versorgungsproblems nicht mehr länger auf die lange Bank zu schieben. Weiter fordern sie als Übergangslösung die Anerkennung des Zertifikats ”Klinischer Neuropsychologe GNP” als ankündigungsfähigen Tätigkeitsschwerpunkt für psychologische Psychotherapeuten durch die Psychotherapeutenkammern. Das Zertifikat vereint sowohl spezielles Wissen um Hirn- und Steuerungsfunktionen und das dazugehörige Testwissen als auch eine therapeutische Qualifikation. Langfristig wird eine Anerkennung der Klinischen Neuropsychologie als eigenständige Psychotherapiemethode angestrebt.

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Karin Schoof-Tams, Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP)
c/o Neurologische-Klinik-Westend, Dr.-Born-Str. 9, 34537 Bad Wildungen
Tel.: 05621-794-173, Fax: 05621-794-177
E-Mail: schoof-tams@neurologische-klinik-westend.de

PD Dr. Erich Kasten, AG Neuropsychologie; Sektion Klinische Psychologie des BDP
Tel.: 0391-6117119, E-Mail: EriKasten@aol.com

Detlev Kommer, Deutschen Psychotherapeutenverbands (DPTV)
Am Karlsbad 15, 10785 Berlin, Tel: 030-235 0090
E-Mail: Detlevkommer@dptv.de

Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) e.V.
Glinkastr. 5-7, 10117 Berlin, Tel. 030-20914959, Fax 030-20914966
E-Mail: presse@bdp-verband.org