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Pressemitteilung
Nr. 25 / 02
16. November 2002

Thüringen stärkt Schulpsychologie trotz finanzieller Engpässe

Kultusminister Krapp bei der Delegiertenkonferenz des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) in Gera

Thüringens Kultusminister Dr. Michael Knapp hieß heute (Samstag) die Abgesandten des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) zu ihrer Delegiertenkonferenz in Gera willkommen. Rund 110 Vertreter aller Landesgruppen und Sektionen beraten in Gera über die Beteiligung von Psychologen an der Lösung gesellschaftlicher Probleme.
Etwas mehr als ein halbes Jahr nach dem Verbrechen am Erfurter Gutenberg-Gymnasium dankte Knapp noch einmal allen Psychologen, die bei der Krisenintervention und -bewältigung geholfen haben und heute noch helfen. Schulpsychologie habe jedoch nicht nur in Krisensituationen einen hohen Stellenwert, sondern sei eine wichtige Ergänzung der täglichen schulischen Arbeit, sagte der Minister unter dem Beifall der Delegierten. Er teilte mit, dass in Thüringen mit der Einstellung von weiteren 16 Schulpsychologen an den Staatlichen Schulämtern in diesem Jahr eine Stärkung des Beratungs- und Betreuungsnetzes erfolgt ist und damit die Möglichkeit der psychologischen Unterstützung von Pädagogen gewachsen ist - dies trotz erheblicher finanzieller Engpässe im Landeshaushalt.

Wörtlich fuhr er fort: „In den vergangenen zehn Jahren spielte die Beratung von Lehrkräften eine immer größere Rolle. Schulpsychologen unterstützen in kritischen Situationen, geben Hilfen bei Kommunikationsstörungen im Kollegium und helfen im Berufsalltag. Die Fachkompetenz der Schulpsychologen wird zunehmend auch in der Einzelfallberatung von Familien mit Kindern aller Schularten und mit den unterschiedlichsten Anliegen und Problemlagen gesucht. Schulpsychologen initiieren, empfehlen, planen und begleiten vorbeugende wie fördernde Maßnahmen gegen Lern- und Leistungsstörungen.
Aber auch das Erkennen und Fördern besonders begabter Schüler ist eine besondere Herausforderung für die schulpsychologische Arbeit. Es gilt, die Einheit von Diagnose, Beratung und Förderung zu sichern. Eine effektive, schülerorientierte und zukunftsfähige Schulentwicklung kommt ohne psychologische Kompetenz nicht aus.“

Konkret gehe es u.a. darum, Schüler und Lehrer zu stärken, das Schulklima zu verbessern, Beziehungen zu klären, Entwicklungsprozesse zu begleiten und Führungs- und Leitungstätigkeit zu coachen. Eine Spezialisierung der Schulpsychologen soll zudem einem effizienten landesweiten Fachangebot dienen. Der Minister informierte über Kernteams, die sich u.a. der Weiterbildung der Beratungslehrer, der Schulentwicklung, Krisenintervention sowie der Ausbildung der Lehrer in der 2. Phase und Beratung in der Berufseingangsphase und der Sucht- und Drogenprävention/Psychohygiene/Lehrergesundheit widmen. Dieser Ansatz wird von der Sektion Schulpsychologie im BDP ausdrücklich begrüßt.

Diese Kernteams entwickeln tragfähige Lösungen, sind sozusagen Unterstützungsagenturen. Sie unterbreiten Vorschläge für zentrale Fortbildungen am Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien.
Ȏine nüchterne Kosten-Nutzen-Analyse der Kernteamarbeit“, so Minister Krapp, „macht deutlich: Jede Beratung muss frühzeitig einsetzen. Inzwischen wissen wir alle, dass eine langjährige negative Schulkarriere mit den Gefahren des Abgleitens in Delinquenz und/oder Kriminalität dem Gemeinwohl abträglich ist - von den Mehrkosten ganz zu schweigen.“

Abschließend wünschte der Minister der Delegiertenkonferenz einen erfolgreichen Verlauf, viele interessante und auch kontroverse Diskussionen und Gespräche. „Möge diese Konferenz mit dazu beitragen, die Psychologie zu stärken und ihre Erkenntnisse in der Thüringer Schule umfassend zu nutzen, zum Wohle unserer Schüler und unserer Lehrer.“
BDP-Präsidentin Gertraud Richardt unterstrich in ihrem Bericht an die Delegiertenkonferenz, dass Psychologen Spezialisten für Prävention sind. So wichtig ihre Arbeit in Krisensituationen sei, so nötig sei es, solche Situationen bereits im Vorfeld zu verhindern. Außerdem sei Reparieren stets teurer als vorzubeugen. Daraus ergeben sich für die Psychologinnen und Psychologen in Deutschland vielfältige Arbeitsfelder. Sie begrüßte das in der Rede des Ministers deutlich gewordene Verständnis für diese psychologische Kompetenz, das man sich an vielen Stellen in Politik und Gesellschaft wünsche.


Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Glinkastr. 5-7, 10117 Berlin
Tel. (49) 30 - 20 91 49 59
Fax: (49) 30 - 20 91 49 66
e-Mail: presse@bdp-verband.org