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Pressemitteilung
Nr. 24 / 02
12. November 2002

Psychologisch unklug

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen kritisiert Nullrunde im Gesundheitswesen

Anlässlich der heute zu erwartenden massiven Proteste von Ärzten, Angestellten aus Krankenhäusern und Apothekern in Berlin hat der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) zur Nullrunde im Gesundheitswesen Stellung genommen. Der BDP unterstützt die Protestaktion. Zwar teilt der BDP, so seine Präsidentin Gertraud Richardt, wichtige Ziele der Gesundheitsministerin, wie z. B. Qualitätssicherung und verstärkte Prävention. Den aktuellen Sparplänen steht der Verband jedoch wegen vorhersehbarer Auswirkungen skeptisch bis ablehnend gegenüber. Die Nullrunde wird nach Meinung des BDP zu noch längeren Wartezeiten bei der Psychotherapie führen. “Was das für Menschen in seelischer Not bedeutet, lässt sich den Betroffenen mit dem Hinweis auf eine schlechte Finanzlage kaum vermitteln”, betont die Präsidentin. Die seit Einführung des Psychotherapeutengesetzes bestehende Benachteiligung Psychologischer Psychotherapeuten gegenüber den Ärzten in Fragen der Honorierung ihrer Leistung werde durch die Nullrunde ebenfalls verschärft.

Der BDP fürchtet außerdem um die psychosozialen Leistungen in Krankenhäusern, wenn diese einerseits mit einer Nullrunde, andererseits jedoch mit steigenden Ausgaben für Löhne, Gehälter und Dienstleistungen leben müssen. Die Krankenhäuser werden darauf nach Ansicht des BDP nicht zuletzt mit der Kürzung psychologischer Leistungen reagieren. Ein positives Signal sieht der Verband immerhin darin, dass Krankenhäuser, die die Fallpauschalen einführen und Krankenkassen und Ärzte, die Chronikerprogramme aufstellen bzw. sich daran beteiligen, von der Nullrunde ausgenommen werden sollen.
Aus psychologischer Sicht ist es unabhängig davon für die gesellschaftlich notwendige Debatte über Sparmaßnahmen und Reformen im Gesundheitssystem mehr als ungünstig, wenn jetzt durch das Ziehen der ökonomischen Notbremse das Klima für ernsthafte Reformgespräche belastet wird. Die Patienten sind nach den Stellungnahmen von Ärzten, Apothekern und Krankenkassen schon jetzt enorm verunsichert, die Verbände verprellt. - Kein guter Einstieg in eine Gesprächsrunde, die Kompromissfähigkeit und konstruktives Herangehen aller Beteiligten verlangt.


Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Glinkastr. 5-7, 10117 Berlin
Tel. (49) 30 - 20 91 49 59
Fax: (49) 30 - 20 91 49 66
e-Mail: presse@bdp-verband.org