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Pressemitteilung
Nr. 12 / 02
31. Mai 2002

VPP / BDP fordert 84.80 EUR je Therapiestunde

KBV- Vorstand endlich überzeugt: PsychotherapeutInnen verdienen zu wenig

Wie der folgenden Pressemeldung zu entnehmen ist, haben die Untersuchungen des Zentralinstitutes der KBV ergeben, dass PsychotherapeutInnen in der KV entschieden zu wenig verdienen und das nicht nur im Vergleich mit den anderen Berufsgruppen in der KBV.

VPP im BDP vertritt in seiner Politik die Forderung, dass psychotherapeutische Leistungen angemessen vergütet werden und das heißt für den VPP / BDP, dass die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts, wonach eine psychotherapeutische Stunde in Einzelbehandlung im Jahr 2000 mit mindestens 145 Mark zu vergüten sei, untere Grenze der Honorarforderungen ist.

An diesem Maßstab sind ebenfalls alle anderen Gesundheitsleitungen zu messen, die PsychotherapeutInnen erbringen können: Diagnostik, Anamnese, Kriseninterventionen, Entspannungstechniken.

Nach internen Berechnungen des VPP / BDP ist eine ambulante psychotherapeutische Stunde im Vergleich zu der Arbeit einer angestellten PsychotherapeutIn mit mindestens 84.80 EUR zu vergüten.

Dieser Zahl liegen zugrunde:

  • Jahresarbeitsleistung von 1.355 Therapiestunden, das entspricht einer Jahresarbeitszeit von 1.694 Stunden ( d.i. die Jahresarbeitszeit einer angestellten PsychotherapeutIn), das sind 34 bius 35 Therapiesitzungen wöchentlich bei 43 Arbeitswochen ( sechs Wochen Urlaub der TherapeutIn, drei Wochen zusätzliche Ausfallstunden durch Urlaub oder Krankheit der PatientInnen)
  • Praxiskosten von 45.000 Euro
  • Vorsorge und Krankenversicherung von 25.000 Euro
  • Ertrag vor Steuern von 45.000 Euro (vergleichbar BAT 1 b Einkommen nach Abzug der Sozialabgaben).

BDP / VPP werden Anfang Juni ihre Stellungnahme zur Notwenigkeit einer angemessenen Vergütung der PPT dem Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages übermitteln. 

"Hohe Arbeitsbelastung, geringes Einkommen
Die deutschen Psychotherapeuten erzielen kein angemessenes Einkommen. Das geht aus der Kostenstrukturanalyse für ärztliche und psychologische Psychotherapeuten hervor, die das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (ZI) heute vorgelegt hat. "Wenn selbst Inhaber großer Praxen in Westdeutschland für 3.882 Mark verfügbares Monatseinkommen 48 Stunden in der Woche arbeiten müssen und das bei vollem unternehmerischem Risiko und jahrelanger Ausbildung, dann ist das einfach zu wenig", kommentiert der Erste Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die ZI-Zahlen. Besonders bedauerlich findet Dr. Manfred Richter-Reichhelm, "dass der Abstand zwischen den alten und den neuen Bundesländern wieder einmal so augenfällig ist. Es wird dringend Zeit, dass die Politik die Sozialmauer zwischen Ost und West einreißt." Inhaber einer großen Praxis in den neuen Bundesländern arbeiten für 3.676 Mark 56 Wochenstunden.
Das ZI hat die psychotherapeutischen Praxen in drei Umsatzklassen eingeteilt: bis 60.000 Mark, 60.000 bis 100.000 Mark und über 100.000 Mark. In jeder Gruppe befinden sich rund ein Drittel der 9.831 Psychotherapeuten. Inhaber kleiner Praxen erzielen im Westen Deutschlands bei 1.372 Arbeitsstunden im Jahr ein verfügbares Monatseinkommen von 1.025 Mark, im Osten bei 1655 Jahresarbeitsstunden ein verfügbares Einkommen von 1.114 Mark im Monat. Inhaber mittlerer Praxen müssen im Westen für 2.447 Mark 1.750 Stunden und im Osten für 2.214 Mark 2.422 Stunden arbeiten. Psychotherapeuten in großen Praxen erzielen in den alten Bundesländern bei 2.194 Arbeitsstunden 3.882 Mark und in den neuen Bundesländern bei 2.592 Arbeitsstunden 3.676 Mark. Der Studie liegen Zahlen von 1999 zugrunde.
Die Krankenkassen forderte Richter-Reichhelm auf, sich umgehend mit der KBV an den Verhandlungstisch zu setzen. Sichergestellt werden müsse, dass die Krankenkassen Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie außerhalb der pauschalierten Gesamtvergütungen extrabudgetär zu festen Punktwerten bezahlen. Richter-Reichhelm weiter: "Der Handlungsdruck ist groß, schließlich ist der Bedarf an Psychotherapie größer als die Krankenkassen bislang anerkennen. Die Zahl der inzwischen an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Psychotherapeuten ist deutlich höher als ursprünglich im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens des Psychotherapeutengesetzes geschätzt und vor allem ist infolge dessen das Ausgabenbudget für die Psychotherapie von Anfang an zu niedrig bemessen worden." Das 1999 in Kraft getretene Psychotherapeutengesetz hat die Teilnahme von Psychologischen sowie Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten an der vertragsärztlichen Versorgung neu geregelt. Dadurch kamen zu den schon vor 1999 über die Kassenärztlichen Vereinigungen abrechnenden Ärztlichen, Psychologischen und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten weitere Kollegen hinzu, die bis dahin direkt mit den Krankenkassen abgerechnet hatten. Deshalb wurde eine Neuberechnung des damit über dem bisherigen Umfang liegenden Ausgabenbudgets für Psychotherapie notwendig.
Taten fordert auch Dr. Birgit Clever, Erste Vorsitzende des Bundesverbands der Vertrags-Psychotherapeuten: "In den neuen Bundesländern sind nur vier Prozent aller Vertrags-Psychotherapeuten niedergelassen. Von einer Sicherstellung der Versorgung kann überhaupt nicht die Rede sein. Neben der daraus resultierenden immensen persönlichen Arbeitsüberlastung haben die Kollegen im Osten zusätzlich noch mehr unter dem Problem der unzureichenden Vergütung zu leiden als ihre Kollegen im Westen. Wenn hier nichts Nennenswertes geschieht, wird sich auch an der Unterversorgung nichts ändern können. Dazu gehört eine umfangreiche Aufstockung des Ausgabenbudgets für Psychotherapie. Es ist doch keine Frage, dass wir als eine der führenden Industrienationen Europas sicherstellen müssen, dass auch die Bürger im Osten unseres Landes psychotherapeutisch angemessen versorgt werden können."
Rostock, 27. Mai 2002"



Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Tel. 030-20 91 49 59
e-Mail: presse@bdp-verband.org