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Pressemitteilung
Nr. 9 / 02
3. Mai 2002

Psychologen verweisen auf Lücken im Waffengesetz

Kriminalitätsstatistik ist für den BDP kein Anlass zur Entwarnung

Die Kriminalitätsstatistik des Jahres 2001, gestern vorgelegt von Innenminister Otto Schily, gibt nach Ansicht des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) keinen Anlass zur Entwarnung. Der BDP erneuert seine bereits unmittelbar nach dem Ereignis in Erfurt unterbreitete Forderung nach Änderung des Waffengesetzes. 11.270 Fälle, in denen im vergangenen Jahr mit einer Waffe gedroht wurde, und 5.416 Fälle, in denen eine Schusswaffe zum Einsatz kam, sind Grund genug, die Vorgehensweise anderer europäischer Länder zu prüfen und gegebenenfalls ihrem Beispiel zu folgen.

Österreich z. B. hat nach Kritik aus den Reihen von Ärzten und Psychologen 1996 sein Waffengesetz geändert und für die erstmalige waffenrechtliche Bewilligung eine Verlässlichkeitsprüfung in Form eines psychologischen Tests aufgenommen. Er soll Aufschluss darüber geben, ob Menschen in Stresssituationen dazu neigen könnten, mit der Waffe unvorsichtig umzugehen oder sie leichtfertig zu verwenden. Bei den Testverfahren und dem anschließend erstellten psychologischen Gutachten geht es um Wesensmerkmale der Persönlichkeit, in erster Linie um die psychische Verlässlichkeit und die Reaktion auf extreme psychische Belastung (Stresssituationen) sowie die manifeste Neigung zu Rechtsbrüchen. Für Jäger galt eine solche Regelung bereits vor 1996. Die Verlässlichkeit wird in bestimmten Abständen bzw. aus gegebenen Anlässen durch Psychologen an Hand wissenschaftlich überprüfter Verfahren bewertet. In der gutachterlichen Bewertung von Personen, die Zugang zu Waffen haben wollen, sieht Österreich eine wichtige Ergänzung der vormals gültigen weniger restriktiven Praxis.

Der BDP fordert die Bundesregierung auf, die notwendigen Schritte zur Änderung des deutschen Waffengesetzes einzuleiten und dabei dem österreichischen Beispiel zu folgen. Auch wenn Straftaten mit der Schusswaffe dadurch nicht ausgeschlossen werden können, sieht der BDP die Verantwortung des Gesetzgebers doch darin, jede Chance zu ergreifen, um Verbrechen wie das in Erfurt geschehene zu verhindern. Auf der anderen Seite verstehen Psychologen ihre Verantwortung darin, Wege und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und ihre Hilfe bei der Umsetzung anzubieten.



Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Tel. 030-20 91 49 59
e-Mail: presse@bdp-verband.org