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Pressemitteilung
Nr. 8 / 02
3. Mai 2002

Bereitschaft zum Handeln wächst in Ausnahmesituationen

BDP unterstützt Forderung Otto Schilys nach mehr Stellen für Schulpsychologen

Der Berufsverband deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) begrüßt die von Bundesinnenminister Otto Schily vorgeschlagene Ausstattung aller Schulen mit jeweils einem Schulpsychologen. In einem Interview mit dem "Münchner Merkur" hatte sich Schily unter dem Eindruck des Amoklaufs am Erfurter Gutenberg-Gymnasium für eine bessere psychologische Betreuung an Schulen ausgesprochen.

Der Verband und die rund 500 im BDP organisierten Schulpsychologen verweisen auf ein stark gewachsenes Konfliktpotential an den Schulen. Lehrer und Schüler brauchen Unterstützung bei der Bearbeitung und Bewältigung von Konflikten. Das kann in Form von Training geschehen, aber auch in Einzelfällen greifen. Auch Probleme bei der Verarbeitung von Stress können Psychologen lösen helfen.

Die Forderung nach einer besseren Ausstattung mit Schulpsychologen erhebt der Verband nicht erst nach der Bluttat von Erfurt. Wahrnehmungspsychologisch ist es jedoch interessant, dass ein außergewöhnliches Ereignis wie dies die Bereitschaft zu Veränderungen verstärkt. Das war schon bei BSE so und scheint auch in diesem Fall zuzutreffen. Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der politisch Verantwortlichen sollte genutzt werden, um trotz angespannter Finanzlage, in der eher ans Sparen als an die Bewilligung zusätzlicher Stellen gedacht wird, unverzüglich die richtigen Weichenstellungen vorzunehmen.

Am Anfang, so die Empfehlung des BDP, könnte die Schaffung eines Notfallteams von Schulpsychologen stehen. Schrittweise sollten Stellen zunächst in den Regionen geschaffen werden, in denen die Ausstattung mit Schulpsychologen besonders schwach ist. Schulpsychologen können Taten, wie die von Erfurt nach den Worten des Sektionsvorsitzenden Dr. Bernd Jötten nicht völlig ausschließen. "Wenn wir durch Beratung und Konfliktbewältigungsstrategien jedoch insgesamt zu einer Verminderung des Aggressionspotentials beitragen, dann hat sich die Investition gelohnt", so Jötten. "Deshalb sollten wir das von Minister Schily formulierte Ziel, jede Schule mit einem Psychologen auszustatten, auch bei schrittweisem Vorgehen keine Minute aus den Augen verlieren."



Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Tel. 030-20 91 49 59
e-Mail: presse@bdp-verband.org