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Pressemitteilung
Nr. 2 / 02
16. Januar 2002

Mehr Sicherheit für den Verbraucher

Nach mehrjährigen Verhandlungen ist die DIN-Norm für Eignungstestverfahren beschlossene Sache

Immer mehr Personalentscheidungen in Deutschland fallen nach Eignungstestverfahren. Der Markt ist groß, Qualitätskontrolle schwierig. Nach mehrjährigen Bemühungen ist jetzt die DIN-Norm 33 430 verabschiedet worden, die diesen Zustand maßgeblich zugunsten der Verbraucher verändern soll. Sie verdeutlicht Ansprüche an Eignungsverfahren und Anwender, macht es Scharlatanen auf dem Markt künftig schwerer und ist durch den Verzicht auf bürokratische Überfrachtungen für Unternehmen dennoch gut handhabbar.

In ihrer endgültigen Form wird die Norm voraussichtlich im Frühsommer 2002 veröffentlicht werden. Anwender, Auftraggeber und Bewerber bekommen damit Standards für den Einsatz psychometrischer Verfahren in die Hand, die eine wichtige Handlungs- und Entscheidungshilfe darstellen. Der Anwender erhält durch sie Richtlinien für seine berufliche Tätigkeit auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. Wer um Qualität bemüht war und ist, wird sich die Norm rasch zu eigen machen. Für die Auftraggeber, also Betriebe und Behörden, fällt die Entscheidung unter den zahlreichen Dienstleistern leichter, indem die Norm die Spreu vom Weizen trennt. Die oft nicht geringe Investition in einen Test führt mit größerer Wahrscheinlichkeit zum gewünschten Erfolg. Ob Bewerber mit ihren ganz unterschiedlichen Kenntnissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Persönlichkeitsmerkmalen für eine bestimmte Aufgabe die optimale Besetzung sind, kann jetzt seriöser und objektiver ermittelt werden. Jeder einzelne Bewerber schließlich kann sicher sein, bei Einsatz eines DIN-gerechten Verfahrens in seiner Würde nicht verletzt und fair beurteilt zu werden.

Initiator der DIN-Norm war vor sechs Jahren der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP). Von ihm und der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) wurde die Arbeit im Ausschuss des Deutschen Instituts für Normung im wesentlichen getragen. Schwierigkeiten bereitete nicht nur die Formulierung von Maßstäben auf wissenschaftlicher Grundlage. Als komplizierter erwies es sich, wissenschaftlich begründete Kriterien einerseits und Handhabbarkeit in den Unternehmen andererseits unter einen Hut zu bringen. Das Ziel, am Ende eine von der Praxis begrüßte und in der Praxis funktionierende Norm zu beschließen, verloren die Beteiligten auch während zum Teil kontroverser Auseinandersetzungen niemals aus den Augen. Prof. Lutz F. Hornke, Obmann des Normenausschusses, bedankte sich in der Abschlusssitzung Mitte Januar bei allen 14 Ausschussmitgliedern für die Arbeit und die harten, in jeder Phase jedoch konstruktiven, inhaltlichen Auseinandersetzungen.

Auch Prof. Günter Schmitt, der im Auftrag des BDP an der Norm mitgearbeitet hatte, würdigte die konstruktive Atmosphäre. Die inhaltlichen Differenzen seien zu keinem Zeitpunkt unüberwindbar gewesen. Die Vizepräsidentin des BDP, Dipl.-Psych. Carola Brücher-Albers, bedankte sich bei allen Beteiligten für das vorgelegte tragfähige Arbeitsergebnis. Anerkennung für das beträchtliche finanzielle und personelle Engagement des BDP äußerte Prof. Rainer Silbereisen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie.

In den nächsten Monaten sollen Maßnahmen zur Zertifizierung von Testanwendern eingeleitet werden. Interessierten Unternehmen werden der BDP und die DGPs Informationsmaterial sowie persönliche Beratung und Vorträge anbieten, damit die Norm so rasch wie möglich Eingang in den wirtschaftlichen Alltag findet. Langfristig ist auch an die Vorbereitung einer möglichen europäischen Norm gedacht. Nach der Entwicklung eines Online-Qualitätszeichens zur psychologischen Beratung im Internet ist dem Berufsverband damit kurz hinter einander ein zweiter wichtiger Schritt zur Qualitätssicherung psychologischer Arbeit gelungen.



Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Tel. 030-20 91 49 59
e-Mail: presse@bdp-verband.org