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Pressemitteilung
Nr. 9 / 01
18. September 2001

Förderung von Toleranz und Frieden bei Schülern und Schülerinnen

Empfehlungen für Eltern und Schulen

In Anlehnung an die Empfehlungen der National Association Of School Psychologists ( USA ) vom 15.9.2001.
Verfasser: Elke Jötten-Konerding ( Schulleiterin )
Dr. Bernd Jötten ( Schulpsychologe, Sekt. Schulpsychol. BDP )

Die natürliche Reaktion auf einen Gewaltakt wie den Angriff auf NewYork am 11. September ist der Impuls: Zurückschlagen, Rache!
Dennoch: Wir müssen uns bemühen, damit das Unheil nicht noch größer wird, indem unschuldige Menschen der Rache und der Intoleranz ausgesetzt werden.

Besonders Kinder und Jugendliche stehen in der Gefahr, durch negative Beispiele der Erwachsenen beeinflusst zu werden.
An den Schulen und in der Öffentlichkeit sind Schüler, Schülerinnen und ihre Eltern aus islamischen und nahöstlichen Regionen im schlimmen Falle jetzt von Rache und Diskriminierung bedroht.
Eltern, Lehrkräfte und Mitschüler können sich Ausgrenzungen und neuer Gewalt entgegenstellen.
Erwachsene müssen Beispiel für Toleranz, Verständnis, Mitgefühl und Einfühlsamkeit sein. Sie sind aufgefordert, den Kindern zu helfen, sich mit ihren Vorurteilen, ihrem Hass, ihrer Angst, ihrem Kummer und dem Wunsch nach Rache auseinanderzusetzen.
In besonderem Maße müssen wir unsere Werte Freiheit, Einigkeit, Gerechtigkeit, Menschenwürde und Mitleid leben und vorleben, so schwer es uns auch fallen mag.

Grundpositionen

  1. Rache und Hass sind keine Antworten auf Schmerz, Angst und Hilflosigkeit. Wir handeln nicht wie Terroristen.
  2. Wir verurteilen keine Gruppen wegen Handlungen einzelner Mitglieder.
  3. Unsere Stärke liegt in der demokratischen Vielfalt der Kulturen und der Religionen.
  4. Wir behandeln alle Mitmenschen mit Respekt und Würde.
  5. Gerechtigkeit und Rache sind nicht vereinbar.
  6. Wir müssen uns gegenseitig in unserem Kummer und unserer Angst stützen.
  7. Die Geschichte lehrt uns, dass Ungerechtigkeit nur neue Ungerechtigkeit auslöst.
  8. Besonders jetzt ist Friedensarbeit notwendig.
  9. Toleranz ist eine lebenslange Herausforderung.

Hinweise für Eltern und Lehrkräfte

  1. Modell sein für Toleranz und Mitgefühl.
  2. Richtige, notwendige und hilfreiche Informationen vermitteln.
  3. Alle Verallgemeinerungen vermeiden, die sich auf Mitmenschen beziehen, die aus Ländern stammen, die auch Heimat der Terroristen sind.
  4. Regular">Vermeidung von pauschaler Schande, Schuldzuweisung und ungerechter Vorverurteilung.
  5. Die Gefühle, die mit Schande, Ausgrenzung und Ungerechtigkeit verbunden sind, aufzeigen und bearbeiten.
  6. Die Ängste der Kinder, ihre Unsicherheit und ihre Handlungswünsche aufnehmen, ansprechen und besprechen. Einfühlsam sein und nicht bedrängen.
  7. Positive und wertvolle Merkmale anderer Gesellschaftsgruppen aufzeigen.
  8. Menschen, die sich in diesem Sinne verhalten haben und auch aktuell verhalten, als gute Beispiele herausstellen.
  9. Hilfeaktionen und ähnliche Maßnahmen anregen und unterstützen.
  10. Geschichtliche Beispiele von Gewalt, Intoleranz und den schädlichen Folgen aufzeigen und bearbeiten.
  11. Unterschiedliche Gruppen von Glauben und ethnischer Herkunft im Schulumfeld aufsuchen und kennenlernen.
  12. Mit den Kindern und den Schülern sowie Schülerinnen über Ungerechtigkeit, Hass, Krieg, Terrorismus. Frieden und Toleranz lesen und sprechen.
  13. Vertrauen in Polizei und Sicherheitskräfte vermitteln.

Hinweise für Schulen

  1. Eltern benötigen auch Informationen, Austausch und Gespräche. Elternarbeit fördern heißt Kindern helfen.
  2. Alle in der Schule Tätigen müssen mithelfen; auch Hausmeister, Sekretärinnen und pädagogische Mitarbeiter sind gute Beispiele.
  3. Abstimmung der Maßnahmen in der Gemeinde und dem schulischen Umfeld.


Weitere Informationen und Unterstützungen können Sie bei den bekannten regional zuständigen Schulpsychologinnen und Schulpsychologen erhalten.

Siehe auch: www.schulpsychologie.de und www.nasponline.org



Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Tel. 030-20 91 49 59
e-Mail: presse@bdp-verband.org