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Pressemitteilung
Nr. 5 / 01
27. Juli 2001

Gesundheitsreform:

Vorschläge über Grund- und Wahlleistungen gefährden Leben und Gesundheit Hunderttausender Menschen

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt gerät zunehmend unter Druck, Vorstellungen für eine umfassende Reform des Gesundheitswesens auf den Tisch zu legen. Eine Privatvorsorge in diesem Bereich findet Fürsprecher in der eigenen Regierung, der Opposition, bei Unternehmerverbänden und zum Teil leider auch unter Ärzten. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) warnt vor einer Aufspaltung kassenärztlicher Leistungen in Grund- und Wahlleistungen. Die Öffentlichkeit wird in die Irre geführt mit der Behauptung, auf diesem Wege ließen sich Mittel in Größenordnungen einsparen. Das ist nicht wahr und wird deshalb von den Befürwortern auch in der Regel nicht durch konkrete Vorschläge und solide berechnete Zahlen untermauert.
Der BDP sieht Einsparpotenziale durch die Stärkung der Prävention, der Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung. Er sieht Einsparpotenziale in der medizinischen Über- und Fehlversorgung. Er sieht Reserven in einer tatsächlich solidarischen Finanzierung des Gesundheitswesens durch Einbeziehung aller Formen von Einkünften.
Nicht zuletzt sieht der BDP die Möglichkeiten zur Einsparung von Mitteln durch mehr Psychotherapie. Eine Schweizer Studie hat ergeben, dass durch den Einsatz guter Psychotherapie in der Alpenrepublik netto 1.090 Millionen Schweizer Franken bei der körperlichen Behandlung gespart werden könnten.

Regular">Stattdessen plädierten laut Umfrage unter 2.060 niedergelassenen Ärzten über 50 Prozent, ausgerechnet für Psychotherapie zur Wahlleistung. Dabei wird ignoriert, dass psychische Erkrankungen genauso lebensbedrohlich sein können wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Die Ministerin hat erklärt, dass mit ihr eine solche Aufspaltung in Grund- und Wahlleistungen nicht zu machen sei. In dieser Position unterstützt sie der BDP. Würde Psychotherapie zur Wahlleistung erklärt, wäre die psychotherapeutische Versorgung z.B. Hunderttausende von Patienten mit Zwangsneurosen, Abhängigkeitserkrankungen, posttraumatischen Belastungsstörungen (Folter- oder Katastrophenopfer) und Depressionen mit Suizidgedanken künftig nicht mehr gewährleistet. Stattdessen wären die Menschen, die bei Abschluss ihres Versicherungsvertrages damit nicht rechneten - und das sind wohl die meisten - lediglich auf sedierende Medikamente angewiesen.

Patienten aller Alters- und Einkommensgruppen wären betroffen - der Lokführer von Eschede genauso wie der Politiker nach einem Attentat, die Geisel bei einem Bankraub ebenso wie die medikamentenabhängige Lehrerin, das sexuell missbrauchte Kind so wie der nach einer Krebsdiagnose depressiv gewordene Bauarbeiter. Psychotherapie ist keine Luxusbehandlung, deren Absicherung vergleichbar ist mit einem Einzelzimmer im Krankenhaus. Der BDP appelliert an die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, im Bemühen um Lösungsvorschläge nicht leichtfertig Gedanken zu äußern, die sehr schnell und ungeprüft Eingang in die Medien und damit in die öffentliche Debatte finden und letztlich nur Rückschritte bedeuten.

Ihr Ansprechpartner: Referent für Fachpolitik, Fredi Lang, 030 - 20 91 49 57



Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Tel. 030-20 91 49 59
e-Mail: presse@bdp-verband.org