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Pressemitteilung
Nr. 13 / 01
2. November 2001

Psychologen wollen mitreden

21. Kongress für Angewandte Psychologie in Bonn eröffnet
Leipziger Wissenschaftler erhält Hugo-Münsterberg-Medaille

Was erwartet die Gesellschaft im 21. Jahrhundert von der Psychologie und was ist diese bereit und in der Lage zu geben? Diese Grundfrage beherrschte den Eröffnungstag des 21. Kongresses für Angewandte Psychologie. Zu der vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) ausgerichteten Veranstaltung sind über 700 Psychologen nach Bonn gekommen. BDP-Präsident Lothar Hellfritsch prophezeihte in seiner Eröffnungsrede eine Blütezeit für die Psychologie. In nahezu allen Bereichen der Gesellschaft, so Hellfritsch, wachse der Bedarf an psychologischer Kompetenz.
Er berichtete über den enormen Bedarf an psychologischer Beratung nach den Terroranschlägen in den USA während der vergangenen Wochen. Psychologen wollen nach seinen Worten jedoch nicht nur erklären und interpretieren, sondern Innovationen und Veränderungen anstoßen, Konflikte lösen helfen, Ratgeber für Politik und Wirtschaft sein. Dies könne durch Psychologen in Beraterstäben oder Coaches geschehen. "Die Universitäten stehen vor der großen Aufgabe, den steigenden Bedarf an Psychologen mit hervorragender Ausbildung zu befriedigen und die Studierenden auf immer neue, sich stetig verändernde Arbeitsfelder vorzubereiten." Dabei dürften sie sich nicht in zu starker Spezialisierung verlieren.

Ein weiteres wichtiges Thema des ersten Kongress- Tages war Mediation im öffentlichen Bereich. Gemeinsam mit Planern und Juristen haben Psychologen ihre Qualifikation für die Lösung z.B. schwieriger Umweltprobleme durch Mediation vielfach bewiesen. Die politischen Psychologen diskutierten Formen von Gewalt und Rechtsextremismus unter Jugendlichen mit dem Ziel, geeignete Anti-Aggressions- und Antigewaltprogrammen für Schulen zu entwickeln.

Für Verdienste um die Angewandte Psychologie verlieh der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen die Hugo-Münsterberg-Medaille an den Leipziger Psychologen Prof. Dr. Jürgen Guthke. In seiner Laudatio würdigte Prof. Dr. Lutz Hornke Guthkes Arbeiten zu seinem akademischen Lebensthema "Intelligenz und Lernen". Er habe sowohl Grundsätzliches als auch Handwerkliches zur Psychodiagnostik beigesteuert, nicht zuletzt das "Dynamische Testen". Dem Test-Verfahren bescheinigte Hornke größere Lebensnähe als der reinen Statusdiagnostik und bessere Gültigkeitswerte. Jürgen Guthke brachte seine Sorge über die möglichen Folgen der mittlerweile in allen Medien angebotenen anonymen Intelligenztests zum Ausdruck. Ohne fachliche Begleitung könnten die Ergebnisse leicht zu Selbstüberschätzung oder depressiven Reaktionen führen. Die Entscheidung für den Preisträger war gefallen, bevor im Zusammenhang mit dem RTL-Intelligenztest ein regelrechter Test-Boom ausbrach.



Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Tel. 030-20 91 49 59
e-Mail: presse@bdp-verband.org