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Pressemitteilung
Nr. 10 / 01
21. September 2001

Psychologen bieten der Politik ihre Beratung an

Bundesgeschäftsstelle des BDP in Berlin offiziell eröffnet

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat dieser Tage erklärt, er fürchte sich nicht vor den schwierigen Entscheidungen der nächsten Zeit, aber er brauche Berater. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hat heute bei der offiziellen Eröffnung der BDP-Bundesgeschäftsstelle in Berlin Beratung für die Politik angeboten. BDP-Präsident Lothar Hellfritsch erklärte, der Umzug der Bundesgeschäftsstelle von Bonn nach Berlin sei Ausdruck des Bestrebens, näher an der Politik zu sein und politische Entscheidungsfindung durch psychologische Kompetenz zu unterstützen.

Aktuelles Thema, bei dem diese Beratung jetzt anstehe, seien die Terroranschläge auf die USA und die Reaktionen darauf. Dr. Sabine Otten von der Sozialpsychologin von der Universität Jena betonte, es sei wichtig, auch auf Beweggründe und Sichtweisen bzw. Denksysteme von Tätern zu schauen, nicht um am Ende Verständnis für ihre Taten zu entwickeln, sondern um sich besser schützen zu können und bei Gegenmaßnahmen an der richtigen Stelle anzusetzen.

Bereitschaft zu Terror, so wurde auf der Veranstaltung betont, sei weder an spezifische Religionen noch an religiöse Überzeugungen überhaupt gebunden. Es gelte aufmerksam, bestimmte Phänomene zu beobachten, die sich nach solchen Ereignissen zeigten, und sie richtig zu deuten. Unter dem Eindruck der Terroranschläge sei z.B. die Akzeptanz für Führungspersonen gewachsen, unabhängig von Inhalten und Qualitäten. Die Differenzierung, z.B. im Parteienspektrum eines Landes, verliere zeitweilig an Bedeutung. Die Feindseligkeit gegenüber Fremden, sonst eher subtil zum Ausdruck gebracht, wird jetzt offener geäußert.

Dr. Otten warnte davon, den Ruf nach Vergeltung als Ausdruck purer Gewaltbereitschaft und Zustimmung zu massiven Militäraktionen zu missdeuten. Viele riefen nach Vergeltung aus einem elementaren Sicherheitsbedürfnis heraus, dem Bedürfnis, die Welt als gerecht zu erleben. Ihre Stimmen seien eher ein Hilfe- als ein Kampfruf, hinter dem wider besseres Wissen die Hoffnung stehe, auf diese Weise Terrorismus ausrotten zu können.

Dr. Marc Lucas, Leiter der Fachgruppe Notfallpsychologie, forderte die Bereitstellung der notwendigen Logistik für ein Netzwerk Notfallpsychologie ein. Traumaopfer bedürften dringend der psychotherapeutischen Behandlung statt wie bisher in vielen Fällen psychiatrisiert zu werden. Der BDP hoffe, dass in der laufenden Diskussion um mehr Mittel für die Sicherheit und andere Bereiche z. B. die Notfallpsychologie und die Traumabehandlung nicht vergessen werden.

Ansprechpartnerin: Christa Schaffmann
Pressesprecherin des BDP
Telefon 030-20914959
Presse@bdp-verband.org