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Verbindliche Qualitätsstandards für Eignungsdiagnostik und Personalberatung verabschiedet!

Im Januar fand in Bonn die Abschlusssitzung des Fachausschusses "Psychologische Eignungsdiagnostik" beim Deutschen Institut für Normung statt.
Die Norm, die vom BDP initiiert wurde, die lange insbesondere bei den Hochschulkollegen umstritten war, stellt jetzt das fachliche Fundament für psychologisch fundierte Eignungsdiagnostik dar. Sie ist der Qualitätskonsens zwischen Entwicklern, Vermarktern und Anwendern von Instrumenten, zwischen der Wissenschaft und den seriösen und fachlich qualifizierten Vertretern des Marktes. Sie ist die Basis für die Gestaltung von Qualität bei der Entwicklung und Durchführung von ACs, bei der Konfektionierung, Auswahl und dem Einsatz von Testinstrumenten, wie auch bei der Konzeption von Interviews und all den Verfahren, die bei Eignungsaussagen im beruflichen Kontext herangezogen werden und herangezogen werden können.
Die DIN 33430 ist deshalb für Berufspsychologen ein Novum, weil zum ersten Mal von uns ein Instrument genutzt wurde, das in der Wirtschaft und Gesellschaft als Institution eingeführt ist, das eine anerkannte Kompetenz in Fragen der Normung, der Standardisierung und der Qualität hat und das uns unseren Zielgruppen (hier insbesondere Wirtschaftsunternehmen, in denen Eignungsentscheidungen getroffen werden) näher bringt, als wir es allein jemals könnten: Das Deutsche Institut für Normung.
Seine Akzeptanz und Bekanntheit zu nutzen, war das Anliegen der Initiatoren, um in der DIN 33430 Qualitätsansprüche für psychologische Vorgehensweisen wirkungsvoll den Märkten zu vermitteln. Weder dem Testkuratorium noch dem BDP oder der Deutschen Gesellschaft alleine war es vorher gelungen, bei Anwendern und Auftragsgebern für Psychologie in den Personaldienstleistungen ein wirkliches Qualitätsbewusstsein zu entwickeln.
Die DIN 33430 beschreibt nun alles das, was für Psychologinnen und Psychologen state-of-the-art ist. Sie unterstützt uns damit in unserer Berufsausübung, wie Bauvorschriften und Normen z.B. den Architekten unterstützen und er dadurch seine Kompetenz all denen gegenüber deutlich machen kann, die selbst mal eben ein Bauvorhaben oder eine Planung in Angriff nehmen.
Die Anwendung der Norm ist grundsätzlich freiwillig. Sie bietet sich aber als Geschäftsgrundlage und Vertragsbestandteil im Business-to-Business-Markt an. So kann sie z.B. als Grundlage für die Auftragsverhältnisse zwischen Unternehmen und Personaldienstleistern zum Einsatz kommen. Aber auch Psychologinnen und Psychologen, die als Dienstleister im Personalbereich nicht selbstentwickelte Verfahren zum Eiinsatz bringen, können ihre "Lieferanten" genauso auf die Norm verpflichten. Sie ordern einfach unter Verweis auf die Norm und sind so sicher, Qualität einzukaufen.
So erfüllt die DIN 33430 wesentliche Funktionen, um uns fachlich und wirtschaftlich abzusichern:
1. Jeder, der als Dienstleister oder Angestellter eine Aufgabe verantwortlich übernimmt, die durch die Norm fachlich abgedeckt ist, kann sich auf die Norm berufen und nach den Normvorschriften richten. Sie dient dadurch als Legitimation gegenüber Vorgesetzten, Auftraggebern oder Teilnehmern an z.B. ACs, die gegenüber dem fachlich Verantwortlichen Ansprüche geltend machen.
2. Der Einkäufer von Dienstleistungen oder Produkten kann auch dann sicher sein, Qualität zu erwerben, wenn er selbst nicht in der Lage ist, die Dienstleistung fachlich zu bewerten.
3. Die Grundlagen der Zusammenarbeit lassen sich nach der DIN gut nachvollziehbar definieren. Der Berater, der vom Auftraggeber fundierte Informationen braucht, kann sich auf die DIN berufen, der Instrumentenlieferant kann deutlich machen, dass seine Verfahren nicht ohne seine Anwendungsrahmen bewertet werden können und dass er den Informationsrückfluss braucht.
Über den engen Rahmen der Psychologinnen und Psychologen hinaus, soll die Norm einen Einfluss auf die Marktentwicklung in diesem speziellen Segment haben und dort Anbietern, Dienstleistern und Auftraggebern aller Branchen ein Hilfsmittel sein, Qualität zu produzieren und Qualität beurteilen zu können.

Harald Ackerschott
Geschäftsführender Gesellschafter Intelligenz System Transfer GmbH, Bonn,
1999 bis 2001 Vizepräsident des BDP,
1996 bis 2001 stv. Vorsitzender der Sektion Freiberuflicher Psychologen im BDP
e-Mail: ha@intelligenz.de

Aus: Report Psychologie 5-6/2002