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11.4.2014

Resolution zur Beachtung humanitärer Werte

Die BDP-Delegiertenkonferenz unterstützte am 11. Mai 2014 einen Antrag von Präsident Prof. Michael Krämer: Sie verabschiedete die "Resolution zur Beachtung humanitärer Werte" im Umgang mit sozial schwächeren Menschen, insbesondere Asylbewerbern. Des Weiteren rief sie die Mitglieder und alle anderen Bürgerinnen und Bürger auf, wo immer möglich, sich im täglichen Umgang miteinander zum Wohle des Individuums und der Gesellschaft einzusetzen.

Resolution zur Beachtung humanitärer Werte

Im Umgang mit sozial schwächeren Menschen zeigt sich die Stärke einer gesellschaftlichen Verfassung und die Kraft humanen Handelns.

Flüchtlinge aus Afrika und aus anderen Erdteilen versuchen zu Tausenden aus wirtschaftlicher Not oder wegen politischer Verfolgung nach Europa zu gelangen. Sie bringen sich in großer Zahl in lebensbedrohliche Situationen und hoffen dennoch auf eine bessere Zukunft. Die Lösung der ursächlichen Probleme ist noch nicht in Sicht.

Vorfälle wie im Aufnahmelager für Asylbewerber in Zirndorf, wo einem Säugling aufgrund bürokratischer Hemmnisse dringend notwendige medizinische Hilfe verwehrt blieb, zeigen, dass auch diejenigen, die es bis nach Deutschland geschafft haben und denen zumindest vorübergehend Zuflucht gewährt wird, noch nicht sicher sein können, die Hilfe zu erhalten, die sie dringend brauchen.

Personen wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Aufnahmelagers in Zirndorf, die ständig mit Elend und Not konfrontiert sind, laufen Gefahr abzustumpfen und sich durch den Rückzug auf Routinen zu schützen. Nur eine adäquate Ausbildung und fortlaufende professionelle Supervision oder Coaching können helfen, fordernde Aufgaben im Sozialbereich dauerhaft gut zu bewältigen. Nur mit sensiblen und gut qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird es möglich sein, dafür zu sorgen, dass die im Grundgesetz verankerte Unversehrtheit des Menschen auch in der Praxis über institutionellen Vorgaben und Verwaltungsrichtlinien steht.

Unabhängig davon kann jeder Einzelne im beruflichen und privaten Umfeld sozial Schwächeren Unterstützung leisten. Die Beachtung der Menschenrechte wird in alltäglichen Situationen trainiert, um in Ausnahmesituationen selbstverständlich zu sein.

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen orientiert sich in seinen Zielvorstellungen an humanistischen Werten. Die Würde und Integrität des Individuums zu achten, schließt die Erhaltung und den Schutz fundamentaler menschlicher Rechte mit ein. Unsere Mitglieder haben sich in ihren ethischen Richtlinien hierzu verpflichtet.

Humanität wird nicht alleine durch Gesetze und Richtlinien verwirklicht, sondern zeigt sich im alltäglichen Umgang miteinander. Das eklatante Beispiel aus Zirndorf zeigt, wie groß die Gefahr ist, dass Hilfsbereitschaft durch bürokratisches Handeln verloren geht. Jeder einzelne Mitarbeiter in der Verwaltung oder Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens kann dazu beitragen, dass dies nicht geschieht. Um ihre anspruchsvollen Aufgaben wahrnehmen zu können, brauchen sie den nötigen Handlungsspielraum und die Unterstützung ihrer Vorgesetzten.

Der BDP ruft seine Mitglieder und alle anderen Bürgerinnen und Bürger auf, wo immer möglich, sich im täglichen Umgang miteinander zum Wohle des Individuums und der Gesellschaft einzusetzen. Respekt sowie die Achtung der Menschenwürde und der Integrität wird von jedem Einzelnen gelebt und als gemeinsamer Wert in die Gesellschaft getragen! Humanität ist nicht delegierbar!