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20.9.2006
Psychologische Dienste für eine bessere Versorgung im Krankenhaus
Die Rahmenbedingungen in der Gesundheitsversorgung insbesondere im stationären
Sektor haben sich stark geändert und bergen auch in Zukunft große
Chancen und Risiken. Strukturelle Veränderungen, die einerseits der Gesundheit
und Zufriedenheit von Patienten und Mitarbeitern dienen und andererseits Kosten
reduzieren und mehr Effektivität in die Abläufe bringen, sind die
Strategien der Wahl. Wir möchten Sie daher mit diesem Schreiben auf die
Beiträge von Psychologen für die Organisationsentwicklung und das
Ziel "Gesundheitsförderndes Krankenhaus" aufmerksam machen.
Die große Bedeutung von Gesundheitsförderung und Prävention
sowie der psychologischen Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung
wird durch eine Fülle evaluierter Interventionsmaßnahmen belegt.
Diese Aufgabenbereiche stellen eines der wichtigsten Entwicklungsfelder der
gesundheitlichen Versorgung in der Zukunft dar. Psychologische Dienstleistungen
benötigen jedoch eine strukturelle Einbindung, damit sich die Qualitäten
in effektivem Ausmaß entfalten können.
Zur Verdeutlichung der Potenziale beim Einsatz von Psychologen möchten
wir hier nur einige Aufgabenbereiche anführen. Die Tätigkeiten von
Psychologen im Krankenhaus bestehen üblicherweise in
- der Beratung und Betreuung von Patienten,
- der Durchführung von präventiven Schulungsmaßnahmen,
- der Krisenintervention,
- der psychologischen Diagnostik und
- in therapeutischen Maßnahmen.
Durch Gesundheitsförderung, Teamentwicklung und Supervision für
die Mitarbeiter, Analyse der Versorgungspfade und Schnittstellenoptimierung
sowie durch gezielte Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen
lässt sich erheblich zur Förderung der Gesundungsprozesse und Minimierung
von Komplikationen beitragen.
Organisationspsychologische Kompetenzen und Kenntnisse der Evaluation und
Präsentation haben im Rahmen von Veränderungsprozessen einen hohen
Stellenwert. Daneben wird es bei der Konzeption eines gesundheitsfördernden
Krankenhauses erforderlich, auch für die Mitarbeiter Einzelangebote und
setting-orientierte Maßnahmen zur Gesundheitsförderung anzubieten.
Dazu gehören auch Organisationsentwicklungs- sowie Bildungsmaßnahmen
mit dem Thema Gesundheitsförderung, z. B. im Rahmen von Gesundheitstagen.
Wegen der Bedeutung psychischer Dimensionen im Gesundungsprozess ist es sinnvoll,
alle Mitarbeiter im Haus in ihrem Umgang mit den Patienten und bei der Bewältigung
ihrer Belastungen zu unterstützen. Dies betrifft einerseits die Vermittlung
von Wissen und Strategien sowie Beratung zum Umgang mit schwierigen Situationen
und Patienten. Andererseits ist die subsidiäre Übernahme konkreter
psychologischer Leistungen zur direkten Unterstützung des Patienten wichtig.
Zur effektiven Erbringung dieser Leistungen ist eine Struktur erforderlich,
die es auf der Basis der Fachkompetenz der psychologischen Mitarbeiter erlaubt,
die Qualität zu sichern und weiter zu entwickeln. Die Bündelung dieser
Querschnittsaufgaben innerhalb einer Organisationseinheit ist zur Erhöhung
der Effektivität der psychologischen Dienstleistungen und damit der Gesundung
im Krankenhaus dringend erforderlich.
Es kann zur Wettbewerbsfähigkeit der Krankenhäuser beitragen, wenn
die psychologischen Dienste auch Daten zur Patientenzufriedenheit, zu psychischen
Belastungen etc. systematisch erfassen, statistisch aufbereiten und in verständlicher
Form für die Öffentlichkeit bereitstellen.
Wir regen daher die Einrichtung psychologischer Dienste in den Krankenhäusern
an. Diese Dienste können dann zur schnellen Gesundung der Patienten, zur
Fortbildung und Gesundheitsförderung der Mitarbeiter sowie zur Qualität
und Öffentlichkeitsarbeit der Klinik beitragen.
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