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Brief des VPP an das BMFSFJ

23. Juli 2004

Sehr geehrte Frau Ministerin,

unser Verband vertritt die Interessen der Psychologinnen und Psychologen. Viele davon sind als Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten approbiert und sind aufgrund einer sog. Arztregistereintragung qualitativ in der Lage, Kassenpatienten zu behandeln bzw. sich an der ambulanten Versorgung der Kassenpatienten zu beteiligen. Die überwiegende Zahl unserer Mitglieder sind Frauen. Gerade diese sind von folgendem Umstand besonders negativ betroffen.

Für das ambulante Kassensystem zugelassene Psychotherapeutinnen stehen häufig vor dem Problem, einerseits ihren sog. vertragsärztlichen Pflichten nachzukommen und sich andererseits um den Nachwuchs zu kümmern. Das System der bedarfsgerechten ambulanten Versorgung nimmt darauf nur eingeschränkt Rücksicht: Das Ruhen lassen der Zulassung ist zwar möglich, nicht aber das anteilige Ruhen lassen - für viele also keine Alternative.

Geradezu ideal erscheint daher das sog. jobsharing. Dieses ermöglicht der zugelassenen Psychotherapeutin (und übrigens auch allen zugelassenen Ärztinnen in gleicher Problemlage) ihre Tätigkeit zu reduzieren und auf der anderen Seite hochqualifizierten arbeitslosen Frauen und Männern, ebenfalls an der Versorgung teilzunehmen. Diesen Gedankengang hat auch der Gesetzgeber mit § 101 Abs.1 Nr.4 SGB V aufgegriffen.

Leider wird in der Praxis dieser Effekt nicht erreicht, weil eine Leistungsbegrenzung auf den Umfang, den die bereits zugelassene Psychotherapeutin zuvor erwirtschaftet hat, fast jeden Reiz nimmt. Begründet wird die Leistungsbegrenzung damit, dass solche Kooperationen keine Auswirkungen auf die Bedarfsplanung haben sollen. Das mag auf den ersten Blick nachvollziehbar erscheinen, die gefundene gesetzliche Regelung ist bei näherer Betrachtung aber alles andere als überzeugend.

Der persönliche Leistungsumfang einzelner Behandler ist nämlich gerade nicht Gegenstand der Bedarfsplanung. Das heißt, steigende oder abnehmende Umfänge einzelner Behandler ist für die Bedarfsplanung irrelevant. In der Bedarfsplanung erfolgt die Feststellung des Versorgungsgrades pro Kopf, unabhängig von persönlichen Leistungsumfängen. Wenn also Leistungssteigerungen von Einzelpraxen die Bedarfsplanung nicht beeinträchtigen, dann ist nicht ersichtlich, warum dies bei jobsharing-Gemeinschaftspraxen anders sein soll. Wir regen daher an, die Steigerung des Leistungsumfangs einer jobsharing-Praxis in dem Ausmaß zu ermöglichen, wie es auch einer Einzelpraxis möglich ist. Eine Höchstgrenze ließe sich in Anlehnung an die Plausibilitätsgrenzen für Einzelpraxen einziehen. Wir hoffen auf Ihr Engagement in diese Richtung.

Mit freundlichen Grüßen
Heinrich Bertram
Stellvertretender Bundesvorsitzender des VPP im BDP

10.8.2004